Tuesday, November 4, 2008

Urlaub! Ich fahre mit Anna weg; nach Budapest! Die Flüge sind gebucht, das Hostel auch. Am 6. November geht's für fünf Tage an die Donau! Ich habe auch schon die Schlüssel für die Király utca herausgesucht. Vielleicht steht dort ja noch mein Fahrrad Спутник, das ich mir mit viel Mühe auf einem Flohmarkt am Rande der Stadt gekauft habe. D.h. das Kaufen war recht einfach. Nur hatte das Fahrrad zwei platte Reifen und es war zum einen keine Luftpumpe aufzutreiben und zum anderen auch nicht klar, ob die Schläuche überhaupt dicht sind. Und natürlich wollte mich kein Busfahrer mit einem Fahrrad mitnehmen. Also bin ich getrampt, was auch irgendwie geklappt hat. Und dann bin ich ein halbes Jahr mit diesem Rad durch die Stadt geflitzt. Gaaaanz böser Autoverkehr dort. Aber ich habe ihn unbeschadet überstanden. Das wäre mir heute beinahe nicht geglückt. Die Johanniter waren wohl mal wieder auf einem ihrer Kreuzzüge, machten mich sehr richtig als Ungläubigen aus, und wollten mich von der Straße fegen. Die Begründung des Christenmenschen hinterm Steuer war mal wieder, daß ich mit dem Fahrrad nix auf der Straße zu suchen hätte. Danke für den Hinweis.
Hatte ich es schon erwähnt: eine schlechte Welt dort draußen.

Ach, schön wird es werden in Budapest! Stundenlang in Tatra-Straßenbahnen sitzen und die Stadt bewundern! Maja werde ich endlich wieder sehen, Kisfröccs (kleinen Gespritzten) trinken und schauen, wie groß das Kind mittlerweile ist. Und Réka treffen und Pálinka trinken. Budapest im Herbst, schön wird das.

Monday, November 3, 2008

Winter oder so

Eine schöne Fahrt mit der Straßenbahn im Jahre 1990 durch Potsdam. Es ist ein sonniger Samstagmorgen im Juli. Das Potsdam-Center aka Hauptbahnhof steht noch nicht, vom Meyerohr ist noch lange nichts zu sehen, das Nauener Tor erstrahlt noch in einem erhabenen Grau, der Rohbau des Theaters steht schon (oder noch)...
Erstaunlich, wie grün die Stadt teilweise war.
Einen riesengroßen Dank für die Aufnahmen an Ralph Ulbrich!!!



Ja, es passieren viele schöne Sachen in der Welt. Man kann es nun riskieren, sein Rad außerhalb der Fahrradschiebestrecke zu schieben. Wenn es leicht genug ist?
Aber trotzdem ist das Leben dort draußen nicht ungefährlich. Ich habe das jetzt fotographisch festgehalten. Aber leider klappt die Übertragung vom Telefon zum PC gerade nicht. Sonst wären inn den letzten Tagen schöne Bilder und Berichte zu sehen gewesen. Zum Beispiel Fedja, Alicia & Steffen in schwindelerregender Höhe beim Aufstieg auf einen Hochstand von bestimmt 5 m Höhe. Weiterhin wären zu sehen gewesen: Spatzen beim Bad in eine Pfütze, Topfwurst mit Sauerkraut und Salzkartoffen in der FH-Mensa, meine Ex-Katze Heimat hinter Fensterglas...

Tuesday, September 30, 2008

Yes Torty
reloaded

Morgen ist es soweit, Yes Torties werden wieder erhältlich sein! Naja, mehr wollte ich auch nicht verkünden. Aber wenn das keine Nachricht ist, die Beachtung finden sollte, dann weiß ich auch nicht!

Ich war letzte Woche bei meiner Oma. Habe die Bäume in der Hecke gekürzt, so daß sie nicht mehr in die Stromleitung ragen, gefüllte Paprikaschoten und Apfelkuchen gegessen. Vom Apfelkuchen habe ich mir auch gleich das Rezept geben lassen:

200g Mehl
200g Butter
200g Zucker
4 Eier

zu einem Teig verarbeiten, in einer runden Backform verstreichen,
die geschälten Apfelstücken leicht eindrücken und
bei 150 -180 Grad backen. Fertig. Lecker.
Backform natürlich Einfetten, aber das vesteht sich ja von selbst.

Die Oma ist die, die auch die tollen Apfel-Buchteln macht, mit Quarkteig.

Und schon ging es dem Kleinen Tiger etwas besser.

Sunday, September 21, 2008

moving graffiti


Keine Ahnung, was ich dazu noch sagen kann, riesen crazen!

Sunday, September 7, 2008

Force Attack
Nachtrag

Danke an HaPü für den Link zu folgendem Text. Etwas zu zynisch für meinen Geschmack. Und die Punks kommen darin eindeutig zu gut weg. Menschen, auf die man qua Ordner-Autorität aupassen muß, daß sie sich nicht gegenseitig auf dem Klo anzünden, sind doch total bescheuert.

"Die Leute vor seiner Tür beobachtet Bauer W. durchaus mit Neugier, aber Jahr für Jahr eben auch mit unfassbarer Verständnislosigkeit. Ein Mann, seelisch so konstituiert, kann von Natur aus schon an solchen Geschehnissen gar nicht teilhaben." Da geht es mir ganz ähnlich.
Und Danke an Zotti für die Fotos der brennenden Dixies!


Die gut abgehangene Anekdote vs Der Fuchs
Von Dennis

Im folgenden eine Geschichte, die sich vor einigen Jahren ereignete.

I. Das schwarze Loch

In einem von mir wenig geliebten Bundesland, findet alljährlich ein üppig besuchtes Punk-Festival statt. Dann werden sämtliche umliegenden Ortschaften als auch Strände mit einer eigenartigen Touristenspezies bevölkert, deren Hauptemissionen Gegröle und pfandpflichtige Getränkebehälter sind: Punks. Die mittelschweren Zerstörungen im öffentlichen Raum, die die Punks allenthalben hinterlassen, zaubern nach Jahren der Gewöhnung fast schon ein verständnisvolles Lächeln in die steinernen Gesichtzüge der Anwohner. Auch die Plünderung des örtlichen Penny Markts wird als kleiner und deshalb gern zu zahlender Preis der touristischen Anbiederung angesehen. Wer braucht schon den Penny Markt, sagen sie. Denn Ostsee-Propaganda und die Tatsache, daß die lokale Wirtschaft nur an einem einzigen Wochenende im Jahr wirklich aufblüht, haben die Einwohner lernen lassen, dass jeder willkommen ist, solange nur die Pinke klimpert.

Und das ist auch fast das einzige was die Leute interessiert. Hier wo die Welt noch eine Scheibe ist. Von der ehemaligen rot-gebieterischen Regierungszusammensetzung in diesem eher konservativen Bundesland sollte sich der Betrachter nicht täuschen lassen. Kameradschaft wird hier groß geschrieben. Nicht umsonst wählen 7,3 Prozent der Einheimischen NPD, nicht zu unrecht werden die meisten von ihnen als Wendeverlierer bezeichnet. So weit das Auge reicht fehlt es an zivilisatorischen Mindeststandards oder wenigstens an einer soliden Identität, die es etwa mit dem von Rainald Grebe so vortrefflich besungenem Thüringen auf eine Stufe stellt. Aber dieses Land hat kein Gesicht. Kein Antlitz bei dem der Dichter die Schönheit der Worte auf die zu huldigen Umgebung münzen könnte. Dieses Land hat keinen Intellekt, dem beizeiten ein Denker entkam, um sich aufzumachen zu Neuanstößen im Zeitgeist der Vernunft. Auch hat dieses Land keinen Humor, mit seinen kulturfeindlichen und durch und durch unlustigen Eingeborenen, deren Höchstmaß an Unterhaltung bereits erreicht ist, wenn der Vater den Sohn abends mit der Mistgabel ums Lagerfeuer jagt. Dieses Land ist nur Arsch.

II. Der Bauer

Simpel, redselig und offenherzig gestrickt, intellektuell nicht vorbelastet und apathisch fast allem gegenüber, was nicht mit Landwirtschaften zu tun hat, das sind die rudimentären Eigenschaften unseres Helden. Ein ca. fünfzigjähriger geräumiger und in der Mitte dicklicher Mann, der zu weiten Teilen dem stereotypischen Bauernbild entspricht, dem sich Jahrhunderte lang Landwirtpoesie angedient hat. In Ermangelung eines besseren oder gar des wirklichen Namens des Landwirtes nennen wir ihn an dieser Stelle W. W.s Anwesen, ein Bauernhaus mit davor befindlichen kleinen Ställen und Viehgehege, grenzt an eine Weide, die am Festivalwochenende als Zeltplatz und riesige Campingtoilette herhalten muss. Mit ungläubigen Augen würde der eine oder andere von euch aufhorchen, wüsstet er, was an einem Wochenende dort so alles für verachtenswerte Dinge im Namen von Punk getan werden. Altersangemessene Verhaltenstrends wie sich mit Müll bewerfen, Müll essen, Komasaufen bis zum Verlust elementarer Kulturtechniken wie Aufrechtgehen oder Sprechvermögen, Tiere schlachten, einander mit Treckern überfahren – fun for everyone!, außer für den zurückgezogenen W. Zwar kann man sich sicher sein, dass der Bauer für den Punker-Spaß auf seiner Weide finanziell entschädigt wird, dass er aber für diese 3 Tage im Jahr seine Zeitung als für geklaut ansehen muss, ist schon eine arg bittere Pille. Schließlich ist in den Ruinen des örtlichen Penny Markts keine Neue zubekommen. Die Leute vor seiner Tür beobachtet Bauer W. durchaus mit Neugier, aber Jahr für Jahr eben auch mit unfassbarer Verständnislosigkeit. Ein Mann, seelisch so konstituiert, kann von Natur aus schon an solchen Geschehnissen gar nicht teilhaben wollen.

III. Das Prinzip Fuchs

Es geschah gegen Mittag, der Tatort: des Bauers Freiluftgehege, dessen Insassen zum größten Teil Hühner waren. Ein Hund, schätzungsweise mittelgroß und niederträchtig im Charakter, von seinem Herrchen offensichtlich aus den Augen gelassen, schlich sich auf den bäuerlichen Hof, überwand die Trennwände des Geheges und lief im Zuge eines ausgeprägten Blutrausches Amok. Ekstatisch bahnte er das Ende über das schutzlose Federvieh, das sich seiner Nichtzustimmung nur durch verzweifeltes Gekreische und Gegacker entledigen konnte. Dies wiederum rief nun den Bauern auf den Plan, der die Situation erkannte, sich blitzschnell eine Axt griff und dem bereits fliehenden Bluthund nachsetzte. Es ist ein unverrückbares Gesetz der Natur, dass ein Bauer den Mord seines Viehs ergo Eigentums nicht unvergolten lassen kann, und so scheuchte W. das Untier zäh für einige hundert Meter den Hügel hinauf und stellte den Schädling geradewegs auf der Straße, wo etliche Autos im Konvoi auf Einlass warteten. Vor dutzenden von Augen schlug W. den Köter tot.

Wenig später entfernte sich W. vom Tatort, das tote Tier unterm Arm.

Tage später auf den Fortgang der Geschichte angesprochen, berichtete uns der Bauer, zu diesem Zeitpunkt reichlich mit regionalem Gerste-Hopfen-Wasser-Gemisch aufgetankt, ungewohnt leichtzüngig. »Zweimal zugehaun« hatte er und zwar »aufn Kopp«. Eine Aussage, so klar und eindeutig, dass es eigentlich keines weiteren evaluierenden Inhalts bedurfte. Trotzdem stellte uns W., nicht ohne Stolz, in einer kurzen Demonstration die getanen Handbewegungen noch einmal pantomimisch dar. Den ephemeren Charakter der eigentlichen Tat betonend, verzog er beim Schlagen sein ohnehin wenig schönes Gesicht kurz zu einer von blitzartiger Entschlossenheit gezeichneten Kacken-Miene. Er entblößte ein kindliches Lächeln. Und dann? »Die Punkers« hätten infolgedessen aber »nüscht jemacht gehabt«, erklärte W. in unentstellter Weise, und auch der oder die BesitzerIn hätte sich direkt nach jenen einschneidenden Augenblicken wider Erwarten nicht zu erkennen gegeben. Das anwesende Heer von potentiellen Hundefreunden dachte anscheinend überhaupt nicht dran, sich diesen verrückten Axt-Bauern vorzuknöpfen, sondern harrte in Schockstarre. Erst gegen Abend tauchte eine junge Frau auf W.s Grundstück auf, die sich als Besitzerin des Hundes ausgab und die Herausgabe des Kadavers forderte. Ob der Nachfrage nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel, wies W. uns richtigerweise auf die Möglichkeit hin, dass das Hühner-Massaker auch vom animalischen Mordbrenner »Fuchs« hätte begangen worden sein können und mit dem sei schließlich wenn schon, dann zumindest ein kurzer Prozess zu machen. »Sonst lernt der nüscht«. Well, wo er recht hat.

Ende

http://www.beatpunk.org/stories/die-gut-abgehangene-anekdote-vs-der-fuchs/

Da war doch der heutige electric dress-Abend sooo viel besser auf dem auf dem Theaterschiff.

Monday, September 1, 2008

Weltfriedenstag

Heute ist Weltfriedenstag und mein neuer Computer ist angekommen. Aber ich glaube nicht, daß es da einen Zusammenhang gibt.

Am Samstag war ich bei Fedjas Einschulung. Ein Patenkind zu haben ist schön. Ungefähr so gut, wie ein Enkelkind zu haben. Die Verantwortung ist nicht so groß und man hat trotzdem jedemenge Spaß! Und man erlebt Sachen, die einem ansonsten entgehen würden. Hach, war das spannend, die ganzen kleinen Kinder zusehen, ihre Aufregung zu spüren. Ganz hippelig waren sie! Die SchülerInnen der zweiten Klassen spielten ein kleines Theaterstück und sangen ein paar Lieder, die Schulleiterin stellte sich vor, dann wurden die Kleinen einzeln auf die Bühne gerufen. Manche waren sehr schüchtern, aber einige liefen nach oben und winkten fröhlich in den Saal. Die Eltern waren sehr bemüht, ihre sozialen Stellung durch Kleidung, Benehmen und der Größe ihrer Fotoapparate herauszustellen. Oder sie vorzutäuschen. Ein großes Schauspiel!
Ganz viele Erinnerungen an meine eigene Einschulung kamen auf einmal hoch. Und ich war auch ganz aufgeregt :) Es waren keine so konkreten Erinnerungen sondern eher Gefühle, die auf einmal da waren. Die Aufregung, nun auch zu den Großen zu gehören. Der Zeitpunkt war gekommen, an dem ich auch jeden Morgen zum Schulbus mußte. Und endlich lernte ich Lesen, Schreiben, Rechnen... Ich hatte das Glück, in eine Klasse mit netten MitschülerInnen zu kommen und ich hatte eine unglaublich sympathische Klassenlehrerin: Frau Löwenberger. Ein herzensguter Mensch mit sehr ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn. Schön war sie, meine Grundschulzeit!

Sunday, August 17, 2008

Herr Wachtmeister, Herr Polizeipräsident



kwt - Kein weiterer Text.
Ich weiß gar nicht, was ich aus dem Video zuerst zitieren soll... Wirklich großes Kino! Henryk M. Broder rulezzz, sometimes!

Ansonsten läuft alles wie gehabt. Mein PC ist kaputt. Und ich suche noch jemanden, die/der mit mir einen neuen Rechner zusammenschraubt. Das macht wirklich jede Menge Spaß! Aber das erwähnte ich bereits. Momentan sitze ich an einer Maschine mit Win98 und verzweifele nahezu daran, einen vernünftigen Virenscanner für dieses Betriebssystem zu bekommen. Aaaargh!

Außerdem läuft die WG gerade nur so mittelprächtig. Ein Elend, auch das. Zumal ein völlig Unverständliches.

Friday, August 15, 2008

Pimp My PC

Unter dem Motto pimp my pc findet am Wochende ein Seminar zu Aaargumentionshilfen gegen Rechtsextremismus statt. Die Veranstaltung ist Teil der Kampagne Keine Stimme den Nazis. Die Teilnahme ist kostenlos.

Sowas könnte doch passieren? Die Welt ist doch so, oder kommt sie mir nur oft so merkwürdig vor?

Mein PC will nicht mehr. Kaputt. Mausetot. Irgendein Problem mit der Hardware. Befürchte, das Mainboard ist kaputt. Ein Elend! Naja, die einen kaufen sich von dem Geld vom Force Attack Fahrradteile, die anderen Teile für den Computer. Hat jemand Lust, mit mir einen PC zusammen zu schrauben? Eigentlich ist das eine spannende Angelegenheit. Aber auch recht lästig, wenn man sich den Zeitpunkt nicht aussuchen kann. Ich bin leicht genervt von dieser Situation. Ich brauche meinen Rechner. Jetzt ist der schon seit drei Wochen kaputt. Und eigentlich hätte ich auch andere Sachen zu tun, als mich mit diesem Computer-Problem herum zu schlagen.

Egal.

Besten Dank an J. für dieses wunderschöne Bild! Vielleicht Waidmanns-
dank? Ich sollte auch mal wieder raus auf Land. Wunderschönes Wetter für eine Fahrradfahrt. Oder zum Heckeschneiden.

Tuesday, August 5, 2008

Force Attack
oder
Drei Winkekatzen im Einsatz

Mal wieder erstaunlich, wie schnell die Zeit vergeht; zwei Wochen sind seit dem letzten Post vergangen. Jaja, ich weiß, das Empfinden von Zeit ist relativ. Gelangweilt habe ich mich in den letzten Tagen jedenfalls nicht.

Zum Beisiel war ich wieder beim Force Attack. Natürlich war ich nicht zum Vergnügen dort, sondern um Geld zu verdienen. Oder anders gesagt: ich habe es bezahlt bekommen, dort zu sein. Vernunftbegabte Menschen fahren da nämlich sonst nicht hin. Höchsten zu ethnologischen Studien.
Aber wie es dort ist, habe ich ja schonmal hier geschildert.

Wie gut, daß das Force an der Ostsee stattfindet. So konnten wir in der arbeitsfreien Zeit baden gehen. Ich habe die Gelegenheit genutzt und meine Schwimmaufträge, die ja eigentlich nur für den Heiligen See gelten, auch dort ausgeführt. Viel Brustschwimmen! Und die unsittliche Anfrage konnte ich auch erfüllen. Die Ostsee ist ja groß :) Ich hoffe, meine Eigenmächtigkeit wird mir verziehen (oder verziehen werden?).


Für das nächste Jahr nehme ich mir vor, den Sieger/die Siegerin im Wettbeweb Ministry of Silly Falls zu kühren. KandidatInnen gibt es ja genug.


Wo Saufen eine Ehre ist, kann Kotzen keine Schande sein.

Monday, July 21, 2008

DJ Stauffe


http://titanic-magazin.de/

Künstler & Kreative

Als ich letztens in Leipzig war, fiel mir die Postkarte links in die Hände. Eine Ankündigung einer Austellung der Werke von Peter Ruta - Künstler, Zeitzeuge, Kosmopolit. Na super, dachte ich, ein Künstler der Neuen Leipziger Schule, wie Neo Rauch oder Tim Eitel, deren "Werke gegenständlich sind, aber keine Botschaft vermitteln" (wikipedia). Dachte kurzzeitig darüber nach, ob ich mich in diesem Blog auch als Künstler, Zeitzeuge & Kosmopolit bezeichnen möchte. Viel beliebiger geht es ja nicht mehr. Was bitte soll das sein, oder besser, wer ist das nicht, irgendwie?

Wenn man sich anschaut, wie die sogenannten Zeitzeugen im Moment in Deutschland politisch hofiert werden, wie sie Podien offeriert bekommen, die ausgewiesenen Historikern oder auch Opfern des NS nicht zugestanden werden, wie TäterInnen und Kindern politische und geschichtswissenschaftliche Deutungsmacht der historischen Ereignisse und Prozesse zugesprochen wird, möchte ich mich eigentlich auch nicht Zeitzeuge nennen. Das Wesen eines Zeitzeugen ist doch ein ausgesprochen passives. Er nimmt nicht aktiv an den gesellschaftlichen Veränderungen teil - so denkt er - er steht beiseite. Er repräsentiert die Mehrheitsmeinung. Natürlich reproduziert er die herrschende Meinung durch sein angeblich passives, aber quasi zustimmendes Verhalten. Aber in seiner Selbstwahrnehmung ist er neutraler Beobachter (oder Kind, das natürlich nicht durch die spätere politische Sozialsation beeinflußt wurde).

Die Kombination, Künstler/Zeizzeuge/Kosmopolit, erscheint mir so banal und bar jeder Aussage. Ich war mir aber nicht sicher, ob es wirklich als Ironie wahrgenommen worden wäre, hätte ich meinen Blog damit überschrieben. Oder hätten sich nicht einige LeserInnen an die Stirn geschlagen:" Oh, was'n Vollpfosten!"?

Peter Rute ist kein Künstler der Neuen Leipziger Schule. Sein Vater war Pelzhändler und Schriftsteller, Mitbegründer des literarischen Kabaretts "Retorte" in dem u.a. Erich Weinert auftrat. Seine Mutter, Else Stein, war jüdischer Abstammung. (Ob sie sich selber als Jüdin gesehen hat, weiß ich nicht.) 1923 emigrierten sie nach Italien, 1943 flohen sie in die Schweiz. Peter Ruta wanderte 1936, 18 jährig, in die USA aus. (s. hier)

Ein schönes Video zum Thema Kreativpotential:



http://www.dshed.net/harvest/

Wednesday, July 16, 2008

Tschaika

Vor genau einem Monat jährte sich der Tag, an dem nicht nur A. das Licht der Welt erblickte, sondern auch Valentina Wladimirowna Tereschkowa die Erde aus dem All. Natürlich sind beide Ereignisse unterschiedlich lange her, aber darauf wil ich jetzt nicht weiter eingehen. Stattdessen hier ein Gedicht.


Valja

Deine Tat bekehrte die Kleingläubigen;
Wirklichkeit wurde durch dich
das Gleichberechtigtsein
der Frau
im Kosmos.
Erdentochter,
Himmelsschwester,
Sowjetbürgerin,
du schriebst deine Stimme
ins All -
in die Herzen der Menschen
dein Lächeln.

(1967)



Dieses Gedicht habe ich aus dem Buch Der Traktorist gibt Gas, herausgegeben von Joachim Joe Scholz. Einer sehr einfühlsamen Einführung, die mich durch ihre sprachliche Klarheit, wissenschaftliche Sorgfalt und ihrer respektvollen Annäherung an Lori Ludwig beeindruckte, folgt eine Sammlung der Gedichte von Lori Ludwig. Ein paar sehr schöne sind dabei, aber die meisten sperren sich meinem ästhetischen Empfinden. (Oder wie drückt man das am besten aus? Ich kann mit vielen nix anfangen - sie holpern und klappern in meinem Kopf.) Aber alleine wegen der Einleitung lohnt sich ein Blick in das Buch.

Joachim J. Scholz (Hrsg.): Der Traktorist gibt Gas - Gedichte von Lori Ludwig. Linden-Verlag. Potsdam 2003.

Sunday, July 13, 2008

Red Beard

Genau das richtige für verregnete Sonntage, an denen man viel zu früh wach wird!




Monday, July 7, 2008

Ich wünschte...

...ich würde mich für Tennis interessieren! Um ehrlich zu sein, ich interessiere mich sehr für Tennis, aber ohne, daß das praktische Auswirkungen hätte. Ich schaue nie ein Match, weder am Fernseher (vielleicht, weil ich keinen habe) noch live. Aber ich sollte das ändern. Das Finale der Männer in Wimbledon muß dieses Jahr unglaublich gewesen sein. "Ein antikes Drama", wie Tim Henmann dazu meinte. Schade, daß ich es verpaßt habe!

...ich hätte eine Katze. Auf dem Bild links sieht man Felix, den Kater unserer Nachbarn. Vorletzte Nacht kam er mal wieder durchs Fenster geklettert. Ich war viel zu müde, um aufzustehen und ihn wieder hinaus zu scheuchen. Am nächsten Morgen lag er dann, friedlich schlafend, auf dem Teppich und schnurrte. Oh, wie gerne hätte ich wieder so ein Katzentier (das dann aber garantiert nicht Felix heißen würde)!
^schnurr^

Tuesday, July 1, 2008

Möwen - die Hühner der Lüfte

Vierundzwanzig Jahre später und es hat sich fast nichts geändert. An der Ostsee bin ich noch immer gerne, Kapuzenpullover und Kordhosen mag ich auch heute noch. Nur Socken in Sandalen werde ich hoffentlich nie mehr tragen. Ich mag Möwen. Sie sind für mich die Hühner der Lüfte. Auch wenn diese Analogie für die meisten unverständlich sein dürfte. Ich glaube, daß Hühner völlig unterschätzt - Möwen hingegen weitestgehend überschätzt werden! Und so nähern sie sich sehr einander an, in meiner Welt. Ob sich daran jemals etwas ändern wird? Ein freundliches Kind war ich. Definitiv. Das kann man ja auch auf diesem Bild sehen, oder? Ich sollte mal wieder an die Küste fahren, Baum suchen, Foto machen.

"Fußball ist wie Schach; nur ohne Würfel." (Lukas Podolski)