Monday, March 2, 2009
Wednesday, January 7, 2009
Lang lebe...
von J. G. THAYER
Ich bin zwar kein Nahostexperte, aber nach all den Jahren, in denen ich die Entwicklungen in dieser Region verfolgt habe, bin ich zu der Feststellung gelangt, dass es ein sich wiederholendes Muster im Verhältnis zwischen Israel und den Palästinensern gibt:
- Irgendeine Institution drängt von außen auf ein Friedensabkommen.
- Diese Institution bringt Repräsentanten beider Seiten dazu, Gespräche miteinander zu führen.
- Die Gespräche dauern eine Weile; schließlich wird ein Plan entworfen.
- Dieser Plan wird mit großem Getöse öffentlich gemacht; er sieht auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden eine Reihe von Schritten vor, die beide Seiten unternehmen sollen.
- Bevor es zu ersten – versöhnlichen – Schritten kommt, wird Israel aufgefordert, als „Geste des guten Willens“ einige Konzessionen zu machen. (Hinweis: Dies kann auch schon vor oder gleichzeitig mit den Punkten 3 und 4 geschehen. Die Palästinenser werden übrigens nie zu ähnlichen Gesten aufgerufen.)
- Unter großem Druck erklärt Israel sich zur geforderten „Geste“ bereit – gewöhnlich beinhaltet sie die Freilassung von Gefangenen oder die Räumung von Siedlungen.
- Israel wird von der Weltgemeinschaft für sein „Engagement für den Frieden“ gelobt.
- Man beginnt mit der Umsetzung der Vereinbarungen, wobei Israel immer der Erste zu sein hat, der wirkliche Zugeständnisse macht (zusätzlich zu der vorherigen „Geste des guten Willens“).
- Israel macht die erste seiner Konzessionen und wird von der Weltgemeinschaft erneut für sein „Engagement für den Frieden“ gelobt.
- Die Palästinenser kommen mit den ersten Ausreden, warum sie die Vereinbarungen, denen sie am Verhandlungstisch zugestimmt haben, nicht einhalten können.
- Israel wird dazu gedrängt, einseitig mit seinen Zugeständnissen und Verpflichtungen fortzufahren, begleitet von der Warnung, „das Abkommen nicht zu gefährden“.
- Israel macht widerwillig weitere Konzessionen, fordert aber von den Palästinensern, endlichen ihren Teil der Vereinbarungen umzusetzen.
- Die Palästinenser setzen ihre Hinhaltetaktik fort, suchen weiter nach Ausflüchten und warnen, „kriminelle Elemente“ könnten „den Friedensprozess zerstören“.
- Israel kündigt an, seinen Verpflichtungen nicht mehr nachzukommen, bis die Palästinenser damit beginnen, ihren gerecht zu werden. (Man beachte an dieser Stelle, dass Israel bereits verschiedene Male ein Entgegenkommen gezeigt hat.)
- Die Palästinenser klagen Israel an, das Friedensabkommen zu „sabotieren“, und warnen vor „schrecklichen Konsequenzen“.
- Eine „kriminelle Gruppe“ von Palästinensern greift Israel an.
- Die Palästinenser warnen Israel, jede Vergeltung für den Angriff werde den „zerbrechlichen Frieden zerstören“ und zu einem Ende des Abkommens führen.
- Auch der Rest der Weltgemeinschaft bedrängt Israel, „sich zurückzuhalten“ und „die Waffenruhe nicht zu brechen“.
- Eine andere „kriminelle Gruppe“ von Palästinensern unternimmt einen weiteren Angriff.
- Israel schlägt gegen die Terroristen zurück.
- Die Palästinenser geben bekannt, Israel habe „den Frieden zerstört“, und kündigen die Vereinbarung auf.
- Eine neue Welle von Terrorangriffen und israelischen Gegenschlägen beginnt.
- Gehe zu Schritt 1.
Die Weltgemeinschaft tut es, weil sie glaubt, damit überhaupt irgendetwas zu tun, und die meisten Politiker begreifen, dass es in ihrem Sinne ist, so wahrgenommen zu werden, als ob sie irgendetwas täten, selbst wenn (manchmal sogar besonders wenn) sie damit nichts erreichen. Die Israelis tun es, weil die Weltgemeinschaft sie beständig unter Druck setzt, es zu tun, und ihnen mit dem Entzug von Hilfe und Unterstützung droht, wenn sie sich nicht fügen. Außerdem hoffen sie stets, dass es dieses Mal doch irgendwie klappen wird. Und die Palästinenser tun es, weil es für sie von Vorteil ist, es zu tun. Denn obwohl der Prozess immer wieder von vorne beginnt, bleiben die Konzessionen, die Israel ihnen gegenüber gemacht hat, fast immer unangetastet. Dafür, dass sie an dieser Endlosschleife teilnehmen, dürfen sie behalten, was Israel im Anfangsstadium des Prozesses aufgegeben hat: Die freigelassenen Gefangenen bleiben frei, das aufgegebene Land bleibt in ihrem Besitz, und auch andere Zugeständnisse werden oft nicht rückgängig gemacht. Letztlich profitieren die Palästinenser von Israels Entgegenkommen, ohne dafür irgendeinen Einschnitt machen zu müssen. Das ist zwar ein sehr langsamer Fortschritt auf ihrem Weg zum Sieg, aber die Richtung stimmt schon mal. Es ist eine Salamitaktik.
Ich bin nur ungern Zyniker, aber wenn man mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt befasst ist, ist es die klügste und sicherste Herangehensweise. Für die nächste Runde dieses großen Spiels schlage ich deshalb eine Änderung vor: Man sollte zur Abwechslung die Palästinenser auffordern, eine „Geste des guten Willens“ zu zeigen. Man sollte von ihnen fordern, die ersten Zugeständnisse zu machen, und darauf die Vereinbarung aufbauen, die Israel mit ihnen treffen soll. Natürlich glaube ich nicht, dass das funktioniert. Aber es wird den ganzen bekannten Prozess erheblich verkürzen. Und wer weiß, vielleicht wird es – wenn ein paar Mal nach diesem neuen Muster vorgegangen wurde und Israel dabei behalten durfte, was die Palästinenser ihm vor dem Abbruch des Prozesses zugestanden hatten – echte Bemühungen geben, zu einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten zu kommen. Zumindest wäre es eine Verbesserung gegenüber dem existierenden, schwer beschädigten Modell.
Das Bild habe ich von der Website der Grünen Jugend Niedersachsens
Gepostet von
hunz
0
Kommentare
Thursday, December 11, 2008
Eberhart Esche
Deutschland, ein Wintermärchen
Unbedingt anhören! (s.u.)
Ich mag Eberhard Esche unglaublich gerne leiden. Kennengelernt habe ich ihn erst im ausgehenden Teenager-Alter; aber spätestens mit der Rolle des Werner Horraths im DEFA-Film Spur der Steine lernte ich ihn wirklich lieben und schätzen. Mittlerweile habe ich mich an seine Vortragsweise so gewöhnt, daß mir richtig etwas fehlen würde, hätte es ihn nicht gegeben. Eberhard Esche starb am 15. Mai 2006 im Alter von 72 Jahren.
Heinrich Heine: Deutschland, ein Wintermärchen
Im traurigen Monat November war's,
Die Tage wurden trüber,
Der Wind riß von den Bäumen das Laub,
Da reist ich nach Deutschland hinüber.
Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begunnen zu tropfen.
Und als ich die deutsche Sprache vernahm,
Da ward mir seltsam zumute;
Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
Recht angenehm verblute.
Ein kleines Harfenmädchen sang.
Sie sang mit wahrem Gefühle
Und falscher Stimme, doch ward ich sehr
Gerühret von ihrem Spiele.
Sie sang von Liebe und Liebesgram,
Aufopfrung und Wiederfinden
Dort oben, in jener besseren Welt,
Wo alle Leiden schwinden.
Sie sang vom irdischen Jammertal,
Von Freuden, die bald zerronnen,
Vom jenseits, wo die Seele schwelgt
Verklärt in ew'gen Wonnen.
Sie sang das alte Entsagungslied,
Das Eiapopeia vom Himmel,
Womit man einlullt, wenn es greint,
Das Volk, den großen Lümmel.
Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
Ich kenn auch die Herren Verfasser;
Ich weiß, sie tranken heimlich Wein
Und predigten öffentlich Wasser.
Ein neues Lied, ein besseres Lied,
O Freunde, will ich euch dichten!
Wir wollen hier auf Erden schon
Das Himmelreich errichten.
Wir wollen auf Erden glücklich sein,
Und wollen nicht mehr darben;
Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
Was fleißige Hände erwarben.
Es wächst hienieden Brot genug
Für alle Menschenkinder,
Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,
Und Zuckererbsen nicht minder.
Ja, Zuckererbsen für jedermann,
Sobald die Schoten platzen!
Den Himmel überlassen wir
Den Engeln und den Spatzen.
Und wachsen uns Flügel nach dem Tod,
So wollen wir euch besuchen
Dort oben, und wir, wir essen mit euch
Die seligsten Torten und Kuchen.
Ein neues Lied, ein besseres Lied!
Es klingt wie Flöten und Geigen!
Das Miserere ist vorbei,
Die Sterbeglocken schweigen.
Die Jungfer Europa ist verlobt
Mit dem schönen Geniusse
Der Freiheit, sie liegen einander im Arm,
Sie schwelgen im ersten Kusse.
Und fehlt der Pfaffensegen dabei,
Die Ehe wird gültig nicht minder -
Es lebe Bräutigam und Braut,
Und ihre zukünftigen Kinder!
Ein Hochzeitkarmen ist mein Lied,
Das bessere, das neue!
In meiner Seele gehen auf
Die Sterne der höchsten Weihe -
Begeisterte Sterne, sie lodern wild,
Zerfließen in Flammenbächen -
Ich fühle mich wunderbar erstarkt,
Ich könnte Eichen zerbrechen!
Seit ich auf deutsche Erde trat,
Durchströmen mich Zaubersäfte -
Der Riese hat wieder die Mutter berührt,
Und es wuchsen ihm neu die Kräfte.
Heinrich Heine: Deutschland, ein Wintermärchen - Caput I
Deutsches Theater - Eberhard Esche, Aufnahme 1981
mp3
Während die Kleine von Himmelslust
Getrillert und musizieret,
Ward von den preußischen Douaniers
Mein Koffer visitieret.
Beschnüffelten alles, kramten herum
In Hemden, Hosen, Schnupftüchern;
Sie suchten nach Spitzen, nach Bijouterien,
Auch nach verbotenen Büchern.
Ihr Toren, die ihr im Koffer sucht!
Hier werdet ihr nichts entdecken!
Die Konterbande, die mit mir reist,
Die hab ich im Kopfe stecken.
Hier hab ich Spitzen, die feiner sind
Als die von Brüssel und Mecheln,
Und pack ich einst meine Spitzen aus,
Sie werden euch sticheln und hecheln.
Im Kopfe trage ich Bijouterien,
Der Zukunft Krondiamanten,
Die Tempelkleinodien des neuen Gotts,
Des großen Unbekannten.
Und viele Bücher trag ich im Kopf!
Ich darf es euch versichern,
Mein Kopf ist ein zwitscherndes Vogelnest
Von konfiszierlichen Büchern.
Glaubt mir, in Satans Bibliothek
Kann es nicht schlimmere geben;
Sie sind gefährlicher noch als die
Von Hoffmann von Fallersleben! -
Ein Passagier, der neben mir stand,
Bemerkte, ich hätte
Jetzt vor mir den preußischen Zollverein,
Die große Douanenkette.
»Der Zollverein« - bemerkte er -
»Wird unser Volkstum begründen,
Er wird das zersplitterte Vaterland
Zu einem Ganzen verbinden.
Er gibt die äußere Einheit uns,
Die sogenannt materielle;
Die geistige Einheit gibt uns die Zensur,
Die wahrhaft ideelle -
Sie gibt die innere Einheit uns,
Die Einheit im Denken und Sinnen;
Ein einiges Deutschland tut uns not,
Einig nach außen und innen.«
Heinrich Heine: Deutschland, ein Wintermärchen - Caput II
Deutsches Theater - Eberhard Esche, Aufnahme 1981
mp3
Apropos Esche: What about Der Hase im Rausch?
Gepostet von
hunz
0
Kommentare
Thursday, December 4, 2008
Tuesday, December 2, 2008
Heimat
Teil 2
In dem Haus links habe ich mal gewohnt. Ich war Mieter bei Frau Lhotský. Naja, vielleicht ergänze ich den Post ja noch irgendwann mal und schildere unterhaltsame Erlebnisse aus dem Mieterdasein. Es war eine wunderhübsche Einraumwohnung im zweiten Stock mit Birken vor dem Fenster. Einem gekachelten Küchenofen, in dem ich im Winter gemütliche Feuer machen konnte, einem Stromzähler, den man abstellen konnte, eine Dusche, die fast die ganze Zeit kaputt war - meine erste wirklich eigene Wohnung. In dieser Zeit bin ich auch mal nach Edinburgh geflogen - hätte ich einen Scanner,
würde ich ein Beweisfoto liefern.Warum ich dort ausgezogen bin? Ich wollte nicht mehr alleine wohnen. Zehn Monate reichten damals für diese Erkenntnis.
Klopfzeiten
Gepostet von
hunz
0
Kommentare
Monday, December 1, 2008
Sunday, November 23, 2008
Winter has arrived
Ja, es war ein sehr schöner Tag heute. Glücklicherweise bin ich gerade im Besitz einer Digitalkamera. So kann ich draußen Fotos machen. Einigiges von dem, was ich schon seit langem festhalten wollte, ist leider (und leider auch nicht überraschender-
weise) nicht mehr da. Gentrifizierung und so... :) Anderes schon.
Ich war heute auf einer Party aufgrund einer, äh, eher indirekten Einladung. Die war dann auch sehr nett. Was mich aber wirklich zum Aufbruch dorthin reizte, war das Wetter. Es schneite! Und so konnte ich durch den noch unberührten Schnee durch Alexandrowka fahren, Voller Vertrauen in mich und mein Fahrrad. Ein feines Rad, ein schönes & elegantes, daß mich auch sicher durch den Schnee bringt.
Hm, P.S.: Ich bin gerade mal wieder technisch begrenzt, diesmal in meiner Upload-Geschwindigtkeit. Sie hindert mich, Videos zum Beispiel zu Youtube hochzuladen. Mal schauen, ob Alice das noch irgendwann hinbekommt.
Gepostet von
hunz
0
Kommentare
Saturday, November 15, 2008
Donauwelle
Eine von vielen Leuten gerne kolportierte Legende ist, daß Anna und ich uns ständig mit Torten vollgestopft haben, vornehmlich mit Schokoladentorte. Aber das viele Herumlaufen in der Stadt war natürlich sehr anstrengend. Schließlich stand mein Fahrrad nicht mehr dort, wo ich es angeschlossen hatte. Das fand ich sehr schade. Durch welch mysteriöse Umstände mag es weggekommen sein?Also mußte ich es suchen. So ein Rad läst sich ja nicht in Luft auf. Und siehe da, noch am selben Abend hatte ich es wieder. Naja. Es war mit einem fremden Schloß fixiert
und stand in einem anderen Stadtbezirk, sogar auf der anderen Seite der Donau. Aber es sah glücklich aus. Nur an diese komische Rahmentasche kann ich mich nicht erinnern. Sei's drum. Es war schön, es wieder zu sehen.
Gepostet von
hunz
0
Kommentare
Tuesday, November 4, 2008
Urlaub! Ich fahre mit Anna weg; nach Budapest! Die Flüge sind gebucht, das Hostel auch. Am 6. November geht's für fünf Tage an die Donau! Ich habe auch schon die Schlüssel für die Király utca herausgesucht. Vielleicht steht dort ja noch mein Fahrrad Спутник, das ich mir mit viel Mühe auf einem Flohmarkt am Rande der Stadt gekauft habe. D.h. das Kaufen war recht einfach. Nur hatte das Fahrrad zwei platte Reifen und es war zum einen keine Luftpumpe aufzutreiben und zum anderen auch nicht klar, ob die Schläuche überhaupt dicht sind. Und natürlich wollte mich kein Busfahrer mit einem Fahrrad mitnehmen. Also bin ich getrampt, was auch irgendwie geklappt hat. Und dann bin ich ein halbes Jahr mit diesem Rad durch die Stadt geflitzt. Gaaaanz böser Autoverkehr dort. Aber ich habe ihn unbeschadet überstanden. Das wäre mir heute beinahe nicht geglückt. Die Johanniter waren wohl mal wieder auf einem ihrer Kreuzzüge, machten mich sehr richtig als Ungläubigen aus, und wollten mich von der Straße fegen. Die Begründung des Christenmenschen hinterm Steuer war mal wieder, daß ich mit dem Fahrrad nix auf der Straße zu suchen hätte. Danke für den Hinweis.Ach, schön wird es werden in Budapest! Stundenlang in Tatra-Straßenbahnen sitzen und die Stadt bewundern! Maja werde ich endlich wieder sehen, Kisfröccs (kleinen Gespritzten) trinken und schauen, wie groß das Kind mittlerweile ist. Und Réka treffen und Pálinka trinken. Budapest im Herbst, schön wird das.
Gepostet von
hunz
0
Kommentare
Monday, November 3, 2008
Winter oder so
Eine schöne Fahrt mit der Straßenbahn im Jahre 1990 durch Potsdam. Es ist ein sonniger Samstagmorgen im Juli. Das Potsdam-Center aka Hauptbahnhof steht noch nicht, vom Meyerohr ist noch lange nichts zu sehen, das Nauener Tor erstrahlt noch in einem erhabenen Grau, der Rohbau des Theaters steht schon (oder noch)...
Erstaunlich, wie grün die Stadt teilweise war.
Einen riesengroßen Dank für die Aufnahmen an Ralph Ulbrich!!!
Ja, es passieren viele schöne Sachen in der Welt. Man kann es nun riskieren, sein Rad außerhalb der Fahrradschiebestrecke zu schieben. Wenn es leicht genug ist?
Aber trotzdem ist das Leben dort draußen nicht ungefährlich. Ich habe das jetzt fotographisch festgehalten. Aber leider klappt die Übertragung vom Telefon zum PC gerade nicht. Sonst wären inn den letzten Tagen schöne Bilder und Berichte zu sehen gewesen. Zum Beispiel Fedja, Alicia & Steffen in schwindelerregender Höhe beim Aufstieg auf einen Hochstand von bestimmt 5 m Höhe. Weiterhin wären zu sehen gewesen: Spatzen beim Bad in eine Pfütze, Topfwurst mit Sauerkraut und Salzkartoffen in der FH-Mensa, meine Ex-Katze Heimat hinter Fensterglas...
Gepostet von
hunz
0
Kommentare
Tuesday, September 30, 2008
Yes Torty
reloaded
Morgen ist es soweit, Yes Torties werden wieder erhältlich sein! Naja, mehr wollte ich auch nicht verkünden. Aber wenn das keine Nachricht ist, die Beachtung finden sollte, dann weiß ich auch nicht!
Ich war letzte Woche bei meiner Oma. Habe die Bäume in der Hecke gekürzt, so daß sie nicht mehr in die Stromleitung ragen, gefüllte Paprikaschoten und Apfelkuchen gegessen. Vom Apfelkuchen habe ich mir auch gleich das Rezept geben lassen:
200g Mehl
200g Butter
200g Zucker
4 Eier
zu einem Teig verarbeiten, in einer runden Backform verstreichen,
die geschälten Apfelstücken leicht eindrücken und
bei 150 -180 Grad backen. Fertig. Lecker.
Backform natürlich Einfetten, aber das vesteht sich ja von selbst.
Die Oma ist die, die auch die tollen Apfel-Buchteln macht, mit Quarkteig.
Und schon ging es dem Kleinen Tiger etwas besser.
Gepostet von
hunz
0
Kommentare
Sunday, September 21, 2008
Sunday, September 7, 2008
Force Attack
Nachtrag
Danke an HaPü für den Link zu folgendem Text. Etwas zu zynisch für meinen Geschmack. Und die Punks kommen darin eindeutig zu gut weg. Menschen, auf die man qua Ordner-Autorität aupassen muß, daß sie sich nicht gegenseitig auf dem Klo anzünden, sind doch total bescheuert.
Und Danke an Zotti für die Fotos der brennenden Dixies!
Die gut abgehangene Anekdote vs Der Fuchs
Von Dennis
Im folgenden eine Geschichte, die sich vor einigen Jahren ereignete.
I. Das schwarze Loch
In einem von mir wenig geliebten Bundesland, findet alljährlich ein üppig besuchtes Punk-Festival statt. Dann werden sämtliche umliegenden Ortschaften als auch Strände mit einer eigenartigen Touristenspezies bevölkert, deren Hauptemissionen Gegröle und pfandpflichtige Getränkebehälter sind: Punks. Die mittelschweren Zerstörungen im öffentlichen Raum, die die Punks allenthalben hinterlassen, zaubern nach Jahren der Gewöhnung fast schon ein verständnisvolles Lächeln in die steinernen Gesichtzüge der Anwohner. Auch die Plünderung des örtlichen Penny Markts wird als kleiner und deshalb gern zu zahlender Preis der touristischen Anbiederung angesehen. Wer braucht schon den Penny Markt, sagen sie. Denn Ostsee-Propaganda und die Tatsache, daß die lokale Wirtschaft nur an einem einzigen Wochenende im Jahr wirklich aufblüht, haben die Einwohner lernen lassen, dass jeder willkommen ist, solange nur die Pinke klimpert.
Und das ist auch fast das einzige was die Leute interessiert. Hier wo die Welt noch eine Scheibe ist. Von der ehemaligen rot-gebieterischen Regierungszusammensetzung in diesem eher konservativen Bundesland sollte sich der Betrachter nicht täuschen lassen. Kameradschaft wird hier groß geschrieben. Nicht umsonst wählen 7,3 Prozent der Einheimischen NPD, nicht zu unrecht werden die meisten von ihnen als Wendeverlierer bezeichnet. So weit das Auge reicht fehlt es an zivilisatorischen Mindeststandards oder wenigstens an einer soliden Identität, die es etwa mit dem von Rainald Grebe so vortrefflich besungenem Thüringen auf eine Stufe stellt. Aber dieses Land hat kein Gesicht. Kein Antlitz bei dem der Dichter die Schönheit der Worte auf die zu huldigen Umgebung münzen könnte. Dieses Land hat keinen Intellekt, dem beizeiten ein Denker entkam, um sich aufzumachen zu Neuanstößen im Zeitgeist der Vernunft. Auch hat dieses Land keinen Humor, mit seinen kulturfeindlichen und durch und durch unlustigen Eingeborenen, deren Höchstmaß an Unterhaltung bereits erreicht ist, wenn der Vater den Sohn abends mit der Mistgabel ums Lagerfeuer jagt. Dieses Land ist nur Arsch.II. Der Bauer
Simpel, redselig und offenherzig gestrickt, intellektuell nicht vorbelastet und apathisch fast allem gegenüber, was nicht mit Landwirtschaften zu tun hat, das sind die rudimentären Eigenschaften unseres Helden. Ein ca. fünfzigjähriger geräumiger und in der Mitte dicklicher Mann, der zu weiten Teilen dem stereotypischen Bauernbild entspricht, dem sich Jahrhunderte lang Landwirtpoesie angedient hat. In Ermangelung eines besseren oder gar des wirklichen Namens des Landwirtes nennen wir ihn an dieser Stelle W. W.s Anwesen, ein Bauernhaus mit davor befindlichen kleinen Ställen und Viehgehege, grenzt an eine Weide, die am Festivalwochenende als Zeltplatz und riesige Campingtoilette herhalten muss. Mit ungläubigen Augen würde der eine oder andere von euch aufhorchen, wüsstet er, was an einem Wochenende dort so alles für verachtenswerte Dinge im Namen von Punk getan werden. Altersangemessene Verhaltenstrends wie sich mit Müll bewerfen, Müll essen, Komasaufen bis zum Verlust elementarer Kulturtechniken wie Aufrechtgehen oder Sprechvermögen, Tiere schlachten, einander mit Treckern überfahren – fun for everyone!, außer für den zurückgezogenen W. Zwar kann man sich sicher sein, dass der Bauer für den Punker-Spaß auf seiner Weide finanziell entschädigt wird, dass er aber für diese 3 Tage im Jahr seine Zeitung als für geklaut ansehen muss, ist schon eine arg bittere Pille. Schließlich ist in den Ruinen des örtlichen Penny Markts keine Neue zubekommen. Die Leute vor seiner Tür beobachtet Bauer W. durchaus mit Neugier, aber Jahr für Jahr eben auch mit unfassbarer Verständnislosigkeit. Ein Mann, seelisch so konstituiert, kann von Natur aus schon an solchen Geschehnissen gar nicht teilhaben wollen.
III. Das Prinzip Fuchs
Es geschah gegen Mittag, der Tatort: des Bauers Freiluftgehege, dessen Insassen zum größten Teil Hühner waren. Ein Hund, schätzungsweise mittelgroß und niederträchtig im Charakter, von seinem Herrchen offensichtlich aus den Augen gelassen, schlich sich auf den bäuerlichen Hof, überwand die Trennwände des Geheges und lief im Zuge eines ausgeprägten Blutrausches Amok. Ekstatisch bahnte er das Ende über das schutzlose Federvieh, das sich seiner Nichtzustimmung nur durch verzweifeltes Gekreische und Gegacker entledigen konnte. Dies wiederum rief nun den Bauern auf den Plan, der die Situation erkannte, sich blitzschnell eine Axt griff und dem bereits fliehenden Bluthund nachsetzte. Es ist ein unverrückbares Gesetz der Natur, dass ein Bauer den Mord seines Viehs ergo Eigentums nicht unvergolten lassen kann, und so scheuchte W. das Untier zäh für einige hundert Meter den Hügel hinauf und stellte den Schädling geradewegs auf der Straße, wo etliche Autos im Konvoi auf Einlass warteten. Vor dutzenden von Augen schlug W. den Köter tot.
Wenig später entfernte sich W. vom Tatort, das tote Tier unterm Arm.
Tage später auf den Fortgang der Geschichte angesprochen, berichtete uns der Bauer, zu diesem Zeitpunkt reichlich mit regionalem Gerste-Hopfen-Wasser-Gemisch aufgetankt, ungewohnt leichtzüngig. »Zweimal zugehaun« hatte er und zwar »aufn Kopp«. Eine Aussage, so klar und eindeutig, dass es eigentlich keines weiteren evaluierenden Inhalts bedurfte. Trotzdem stellte uns W., nicht ohne Stolz, in einer kurzen Demonstration die getanen Handbewegungen noch einmal pantomimisch dar. Den ephemeren Charakter der eigentlichen Tat betonend, verzog er beim Schlagen sein ohnehin wenig schönes Gesicht kurz zu einer von blitzartiger Entschlossenheit gezeichneten Kacken-Miene. Er entblößte ein kindliches Lächeln. Und dann? »Die Punkers« hätten infolgedessen aber »nüscht jemacht gehabt«, erklärte W. in unentstellter Weise, und auch der oder die BesitzerIn hätte sich direkt nach jenen einschneidenden Augenblicken wider Erwarten nicht zu erkennen gegeben. Das anwesende Heer von potentiellen Hundefreunden dachte anscheinend überhaupt nicht dran, sich diesen verrückten Axt-Bauern vorzuknöpfen, sondern harrte in Schockstarre. Erst gegen Abend tauchte eine junge Frau auf W.s Grundstück auf, die sich als Besitzerin des Hundes ausgab und die Herausgabe des Kadavers forderte. Ob der Nachfrage nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel, wies W. uns richtigerweise auf die Möglichkeit hin, dass das Hühner-Massaker auch vom animalischen Mordbrenner »Fuchs« hätte begangen worden sein können und mit dem sei schließlich wenn schon, dann zumindest ein kurzer Prozess zu machen. »Sonst lernt der nüscht«. Well, wo er recht hat.Ende
http://www.beatpunk.org/stories/die-gut-abgehangene-anekdote-vs-der-fuchs/
Da war doch der heutige electric dress-Abend sooo viel besser auf dem auf dem Theaterschiff.
Gepostet von
hunz
0
Kommentare
Monday, September 1, 2008
Weltfriedenstag
Am Samstag war ich bei Fedjas Einschulung. Ein Patenkind zu haben ist schön. Ungefähr so gut, wie ein Enkelkind zu haben. Die Verantwortung ist nicht so groß und man hat trotzdem jedemenge Spaß! Und man erlebt Sachen, die einem ansonsten entgehen würden. Hach, war das spannend, die ganzen kleinen Kinder zusehen, ihre Aufregung zu spüren. Ganz hippelig waren sie! Die SchülerInnen der zweiten Klassen spielten ein kleines Theaterstück und sangen ein paar Lieder, die Schulleiterin stellte sich vor, dann wurden die Kleinen einzeln auf die Bühne gerufen. Manche waren sehr schüchtern, aber einige liefen nach oben und winkten fröhlich in den Saal. Die Eltern waren sehr bemüht, ihre sozialen Stellung durch Kleidung, Benehmen und der Größe ihrer Fotoapparate herauszustellen. Oder sie vorzutäuschen. Ein großes Schauspiel!
Ganz viele Erinnerungen an meine eigene Einschulung kamen auf einmal hoch. Und ich war auch ganz aufgeregt :) Es waren keine so konkreten Erinnerungen sondern eher Gefühle, die auf einmal da waren. Die Aufregung, nun auch zu den Großen zu gehören. Der Zeitpunkt war gekommen, an dem ich auch jeden Morgen zum Schulbus mußte. Und endlich lernte ich Lesen, Schreiben, Rechnen... Ich hatte das Glück, in eine Klasse mit netten MitschülerInnen zu kommen und ich hatte eine unglaublich sympathische Klassenlehrerin: Frau Löwenberger. Ein herzensguter Mensch mit sehr ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn. Schön war sie, meine Grundschulzeit!
Gepostet von
hunz
0
Kommentare
Sunday, August 17, 2008
Herr Wachtmeister, Herr Polizeipräsident
kwt - Kein weiterer Text.
Ich weiß gar nicht, was ich aus dem Video zuerst zitieren soll... Wirklich großes Kino! Henryk M. Broder rulezzz, sometimes!
Außerdem läuft die WG gerade nur so mittelprächtig. Ein Elend, auch das. Zumal ein völlig Unverständliches.
Gepostet von
hunz
0
Kommentare

