Saturday, October 6, 2007

Selbstkritik
Teil I


Nach wiederholter und energischer Kritik bekenne ich hiermit:
Es war ein mangelhaftes ideologisches Bewußtsein und somit Verrat am Klassenstandpunkt, daß ich unsere heißgeliebte Genossin,

Vuelta de España, Conquistadora del Barrio, Verkörperung der Beneš-Dekrete,

bisher nicht erwähnte. Oder besser: in den Mittelpunkt stellte.
So, hier noch ein Bild. Und Applaus (3x)!

Friday, October 5, 2007

Daß du daran gedacht hast

Die Welt ist eigentlich gar nicht so schlecht, wie es mir manchmal erscheint. Zwar ist der Chinesische Flußdelphin, ohne sich ordentlich zu verabschieden, von uns* geschwommen. Dafür kann man jetzt auf dem Kreidefelsen (auf Rügen, gleich um die Ecke!) sitzen und vor der untergehenden Sonne den Gemeinen Delphin majestätisch durch die Luft floppen sehen. Und wenn man dann auch noch Geburtstag hat, könnte eine besonders nette Person auftauchen und ein YES-Torty hervorzaubern. Einigen Gerüchten zufolge gibt es sie wieder! Bei Netto tauchten wohl sie kurz als Aktionsware auf, aber heute war kein Krümelchen mehr zu finden. Und wo gibt es hier einen HIT-Markt?


*in diesem Fall von den Chinesinnen

Saturday, September 29, 2007

Ein Samstagmorgen, der sich anfühlt, als wäre es schon Sonntag und das Wochenende beinahe vorüber, ohne daß ich davon etwas mitbekommen habe. Das liegt bestimmt an diesem Wetter. Da draußen. Nicht schön!
Aber niemand zwingt mich, hier zu bleiben. Ich könnte ja nach Auckland fahren. Dort gibt es schließlich auch Katzen. Die sehen so aus, wie es sich für ordentliche Katzen gehört. Ueil Auckland auf der Südhalbkugel liegt, drehen sich die Allergene andersherum, sind quasi ungefährlich, zumindest für Rechtshänderinnen.
Musik, die berechtigterweise viel zu selten gehört wird und hervorragend zu meiner komischen Stimmung paßt: Reggae.




Peter Tosh, Equal Rights


P.S.: In diesem Post ist ein (1) Widerspruch enthalten.

Tuesday, September 25, 2007

Cläuschens Hund

Hätte, hätte, hätte...

Nicht, daß ich mein Thema langweilig oder blöd fände, aber es hört sich etwas dröge an. Ich hätte vielleicht in Greifswald studieren sollen. Dort werden Arbeiten mit wirklich wohlklingenden Themen geschrieben, wie zum Beispiel:
Der Kubaspinat* - ein Neophyt in Mecklenburg.
Mit einem solchen Thema kann auch die fachlich nicht bewanderte Umwelt etwas anfangen und Interesse vortäuschen, indem sie Fragen stellt.
[Gibt's den auch mit Blubb?]


*Claytonia perfoliata

Friday, September 21, 2007

Wer Müll trennt, schmeißt auch Bomben

Einen Blogbeitrag zu schreiben ist eine gute Möglichkeit, sich von den eigentlich wichtigen und notwendigen Arbeiten davon zu stehlen. Früher (TM) bin ich in die Küche gegangen und habe abgewaschen oder ich habe die Fenster geputzt, habe den Müll nochmals feinsäuberlich nach den bekannten Kriterien Papier, Verpackung, Restmüll und Glas - in den Ausprägungen grün, braun und weiß - getrennt oder die Spinnweben im Keller entfernt. Aber das ist ja heutzutage alles nicht mehr notwendig. Statt dessen sitze ich nun vor meinem PC. Ich könnte dazu aufrufen, mal wieder demonstrieren zu gehen, an meiner statt nämlich, weil ich morgen keine Zeit haben werde.
Bilder oder Fotos habe ich gerade keine, die ich an dieser Stelle veröffentlichen möchte. Auf eine Bleiwüste habe ich auch keine Lust, also wünsche ich allseits ein schönes Wochenende und kappe die Internetverbindung, um doch noch ein wenig produktiv zu sein. Und um die Zukunft braucht sich niemand zu sorgen. Sie beginnt jetzt und hier .

Thursday, September 13, 2007

Der Nachmittag meines Lebens

Die Moulinettes: Cary Grant

Saturday, September 8, 2007

Herbst

Es ist Herbst - schöner, stürmischer Herbst. So mag ich ihn, so kann es meinetwegen das ganze Jahr über bleiben. Ich gebe zu, daß mir ein wenig Bange ist, wenn ich abends im Institut sitze und es stürmt, als hätte der Wind etwas Schlechtes gegessen. Die Bäume wiegen sich im Wind, sie biegen sich ob der Böen und versuchen stark zu sein. Aber wenn ich auf dem Heimweg nicht von herabfallenden Eicheln erschlagen werde oder die Pneus meines Rades den Halt auf der regennassen Straße verlieren, komme ich wohlbehalten in den zivilisierten Gefilden meiner Kleinstadt an. Das gehört zu dieser Jahreszeit dazu. Es ist das Gefühl von Ostseeküste und Urlaub, das ich mag. Doch lange werde ich nicht mehr auf diesem Berg sein. Mein Arbeitsplatz wird verwaisen, aber eine strahlende Zukunft liegt vor mir. Oder eine stürmische Vergangenheit hinter mir - wer weiß?
Der Herbst bricht auch über Sachsen herein. Die Blätter verfärben sich braun. Soll mir die alte Tante SPD Leid tun, nur weil selbst die NPD mehr Stimmen bekommen würde, wenn morgen Wahlen wären? Das berichtet zumindest der Tagesspiegel, der in meinem Kiez PNN heißt, mit Berufung auf eine Umfrage des Senders n-tv. Immerhin bewegt sich das aber im einstelligen Zahlenbereich. Wie gut, daß wir hier den Herrn Schönbohm haben, der auch gerne mal der Jungen Freiheit ein Interview gibt und dem gerade der Rote-Adler-Orden verliehen wurde. Für seine politischen Verdienste, auch im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Der auch, wie die PNN schreibt, 'viel Fingerspitzengefühl bei der Auflösung der Nationalen Volksarmee gezeigt hat'. Danke!
Es ist Herbst, eine gar dankbare Jahreszeit.

Saturday, September 1, 2007

Räder abschrauben


k.t.

Friday, August 31, 2007

Zufriedenheit macht sich breit

Es schönes Gefühl, wenn ich Abends zu meinem Schlafplatz komme und mich dort richtig zu Hause fühle. Insofern ist das Wort Schlafplatz ein völlig verfehltes. Gestern war es zum Beispiel wieder sehr, sehr nett; wir haben gekocht und viel gelacht und heute habe ich Kopfschmerzen. Ich versuche, das miteinander in Verbindung zu bekommen, aber das gelingt mir glücklicherweise nicht. Wetterumschwung, ein oder zwei Tumore, zu wenig Schlaf? Ich hoffe, daß es mir nach dem freitäglichen Kantinen-Eintopf besser geht und ich mich dann endlich auf meine Arbeit konzentrieren kann. Schließlich will ich ja demnächst fertig werden! Und blöderweise gibt es am Wochenende noch so viele andere Dinge zu erledigen, daß ich mich frage, wie ich das alles zu meiner Zufriedenheit regeln werde. Oder ich beginne die nächste Woche mit einer leichten Unzufriedenheit? Hm, das hört sich nach weiteren Kopfschmerzen an. Also besser heute ganz effektiv arbeiten!

Was ich eigentlich schreiben wollte: Ich fühle mich wohl in der Uhland! (Ist es wirklich so? Hat sie mich wieder eingefangen, mit ihrem unberechenbaren Charme? Und was hätte Flaubert getan?)

Monday, August 20, 2007

"Niemand hat die Absicht, diese Mauer zu vergessen,...

...mit ihrem Todesstreifen, den Wachtürmen, dem Schießbefehl. Genau vor 46 Jahren, am 13. August 1961, ist sie von Leuten gebaut worden, die noch heute zum Teil unsere Nachbarn sind."(O. Hoischen, FAS, 12.08.2007)

Wie gut, daß ich von meinen Nachbarn weggezogen bin. Menschen, die am Theater in Golm als Tontechniker beschäftigt waren, bauen bestimmt auch Mauern.

Hier nun aber, mit ein paar Tagen Verspätung, weil ich die CD erst finden mußte, ein Lied zum mitschunkeln. Man kann sich auch ob meines Zynismus' angeekelt abwenden. Oder angeekelt mitschunkeln, was weiß ich.


Die Dreizehn

Saturday, August 18, 2007

Freude, oh Freude!

Es hat funktioniert! Ich habe mir etwas gewünscht - und bekommen! Wie schön! Leider werde ich in den nächsten Wochen keine Zeit haben, hinein zu schauen. Es ist ja schließlich Herbst und draußen warten die Pflaumen darauf, geerntet zu werden. Und die Pfirsiche sind auch reif; danach kommen Kürbisse, Walnüsse, Wintertomaten und Frostgurken. Außerdem muß ich zuförderst andere Texte lesen.
Oh, ich freue mich aber schon darauf, mit meinem Geschenk am Tisch zu sitzen und von Hobsbawm, Marx und Kuczynski zu lesen. Oder im Bett zu liegen.
Wie sagt man da: DANKE!

Monday, August 13, 2007

my generation

Ein neues Spielzeug entdeckt: Videos ins Blog stellen. Oh, das wird ein Spaß in den nächsten Wochen!

Thursday, August 9, 2007

Welt, oh Welt!
Teil 2


Warum müssen eigentlich immer die falschen Dinge aussterben? Mein Freund der Chinesische Flußdelphin (Lipotes vexillifer) ist tot! Bis vor einigen Tagen hatte ich keine Ahnung von seiner [Ex]2istenz. Aber ich hätte ihn wahrscheinlich sehr gemocht, den drolligen Fisch. Vielleicht geht das ja auch postum? Oder ich konzentriere jetzt meine Zuneigung auf den Amazonasdelphin. Der ist nur ein wenig vom Aussterben bedroht - hauptsächlich, weil er vor lauter Neugierde zu dicht an Schiffsschrauben heranschwimmt. Er trägt einen Schnauzbart, hat verkümmerte, kleine Augen, springt nur äußerst ungern durch die Lüfte und im Alter verfärbt er sich pink. Das hört sich doch nach einem guten Freund für mich an.

Damit hingegen Volkstänze nicht aussterben, wurden in Japan Roboter so programmiert, daß sie solche tanzen können! Das finde ich schön. Nun müssen sich keine armen Schulkinder mehr als Großmütter und -väter des 18. Jahrhunderts verkleiden und werden gezwungen, den Großmüttern und -vätern des 21. Jahrhunderts merkwürdige Tänze vorzuführen. Das können nun Roboter übernehmen! Danke nach Japan und an den orf.


Würde ich es Schade finden, wenn Mücken aussterben? Ich glaube ja. Dann würden auch die Bezeichnungen für diese kleinen Stechmonster aus den Sprachen verschwinden, vermute ich. (Falls das einE SprachwissenschaftlerIn liest, oder eine andere kundige Person [KulturwisenschaftlerInnen?]: Ist das so? Wie lange halten sich Worte in der Sprache, wenn der Gegenstand, den sie beschreiben, nicht mehr existiert?) Auf griechisch heißen Mücken Konopi. Schönes Wort - bitte stirb nicht aus!



btw: Auf dem Force Attack habe ich ein T-Shirt mit der Aufschrift: 'Delphine sind schwule Haie!' gesehen. Warum sterben Haie nicht aus?

Monday, August 6, 2007

Friday, August 3, 2007

Leben im Umbruch...

...oder Leben am Arsch der Hölle. Wo soll das noch hinführen, wenn sich alles so merkwürdig bewegt? Geschichte wiederholt sich nicht? Oder doch, und dann zweimal? Zuerst als Tragödie und dann als Farce? Aber ist das immer so? Wird mein Einzug in die U24, wenngleich ich nur als Gast einziehe und nicht vorhabe, länger zu bleiben, zwangläufig in einer Tragödie enden? Ich hoffe nicht. Und eigentlich freue ich mich auf den Punkrock des Hauses und auf die Leute dort. Auch wenn mir der Umzug gerade gar nicht in den Kram paßt - als ob ich nichts anderes zu tun hätte!
Weder eine Tragödie noch eine Farce war der Besuch des Force-Attack-Festivals am letzten Wochenende. Das mag daran liegen, daß das Festival selber dem Genre Absurdes Theater zugerechnet werden muß. Ich zitiere:

Ey, du hast dich gerade auf mein Toastbrot gesetzt!
Ja, aber ich war ganz vorsichtig.

Ich werde wohl nächstes Jahr wieder hinfahren und auf die Klos aufpassen. Den Punks Toilettenpapier ("40er Körnung") austeilen und einfach alles ignorieren, was mir nicht gefällt. Und davon gab es eine Menge. Glücklicherweise habe ich das aber schon wieder vergessen und verdrängt. Nur in den Nächten holt es mich ein und läßt mich hochschrecken. "Einscheißen gilt erst ab 40 Gramm!", schallt es da durch meinen Kopf und mein Magen zieht sich krampfartig zusammen. Doch ich bin mir sicher, das wird in ein paar Tagen vorbei sein. Und dann wird mir vielleicht sogar Bier wieder schmecken?

Hm. Um das nochmal klarzustellen: Es gibt nichts, absolut gar nichts Gutes zum Force Attack zu sagen. Es ist widerlich und ekelhaft dort! Andererseits ist es auch nicht schlimmer als im ÖPNV.